Teil 2: Der damalige Ort Kaan-Marienborn und das frühere Fußballgelände

 

Der damalige Ort Kaan-Marienborn und das frühere Fußballgelände

Von Dielfen kommend, mündete man in die sogenannte Feuersbacher-Furt, einem weitläufigen Wiesengelände, ein, das heutzutage zahlreiche Industrie- und Gewerbebetriebe beherbergt.

Linksseitig am Ortseingang grüßte die Klapper‘sche Mühle. Nachfolgende Berühmtheit erlangte diese Mühle, weil angeblich deshalb vielen Käner Familien eine Ahnengemeinschaft mit Goethe zuteil wurde.

Da steh ich nun ich armer Tor und bin so klug – und auch so dumm – als wie zuvor…“

Die heutzutage riesige Fuchs-Rohr Ansiedlung schloss sich in Richtung Weißbach an.

Zu Fuße des Käner Ortsteils „Vor dem Walde“ wohnten die seinerzeitigen Käner Industriefamilien Schuppener, Jäger, Frank, Loh.

Das Siegwerk produzierte u.a. Kochtöpfe. (Viele Käner, u.a. auch Wilhelm Schröder, gingen mit diesen Kochtöpfen 1945 und danach auf Hamsterfahrt).

Neuartige Dreh-Kipp-Fensterbeschläge wurden zunächst unter den Klängen des überregional bekannten Gesangs- und Werkschores MGV-Siegenia-Kaan-Marienborn direkt „Unter dem Walde“ hergestellt.
Später erfolgte ein Wechsel der Betriebsstätte für diese Fensterbeschläge an den Ortseingang von Niederdielfen.

Anverwandte Gene erstellten in Siegen und Rudersdorf Silo(h) Kühlschränke, in Haiger lassen sie Hailo(h) Leitern und Rito Schaltschränke entstehen.

Das Werksgelände der Firma Herkules schließt sich nach Westen an. Es ist heute Zentrum des Weltmarktführers für Walzenbearbeitungsmaschinen und beschäftigt weltweit mehr als 1600 Mitarbeiter.

Tief verwurzelt in Kaan-Marienborn war und ist es für viele Kaan-Marienborner Familien selbstverständlich, drei Generationen von ihnen an einer Herkules-Werkbank stehen zu sehen. Ein Herkulaner besitzt „Kaan-Marienborner Stallgeruch“.

Den Herkulanern nachgeordnet, fühlen sich viele Kaan-Marienborner als Teil-Herkulaner, weil sie zum Teil nicht tilgbare Beziehungen und Erlebnisse in sich tragen, die mit der Firma Herkules zusammenhängen.

Nach Westen schloss sich dem Herkules Gelände die Elektrofirma Henke an.

Ihr folgte die Amort‘sche Kesselschmiede, geleitet von Herrn Ernst Amort, der auch 1964 das Amt des Bürgermeisters von Kaan-Marienborn ausübte.

Einem 15-jährigen erklärte er etwa im Jahre 1964 einmal:

Icke fahre in 4 ½ Stunden mit meinem Auto von Kaan-Marienborn – in der Siegener Zeitung damals auch Amortshausen genannt – nach Berlin.“

Aber, Herr Amort, bis auf die Autobahn in Wiedenbrück (die A 45 existierte noch nicht) braucht man fast 2 Stunden und dann sind es noch fast 400 km bis Berlin ! ?“

Icke fahre!“

Westlich der Eisenhüttenstraße schließt sich das Werksgelände der Firma Gontermann-Peipers an.

Zahlreiche Spieler des Vereins waren dort angestellt.

Die 1. Mannschaft des TuS Kaan-Marineborns genoss manchmal das Vorrecht, Wasch- und Umkleideräume benutzen zu können. Das Verhältnis des TuS Kaan-Marienborn zu Gontermann-Peipers beschrieb einmal ein älterer Spieler wie folgt:

Wenn mer jemanden hadde, der god Fußball spelte und kenn Arwed hadde, dä ham da schor bi os onnergebrocht.“

Friedrich Schöler, sicherlich neben Herrmann Josef Neuser auch einer der führenden Spieler aus der Käner Fußballhistorie, war über lange Jahre Vertriebsleiter von Gontermann-Peipers, einem auf der Welt führenden Walzenhersteller.

Der den Ort Kaan-Marienborn durchquerende Eisenbahndamm stellte die nördliche Begrenzung, eine Werkshalle der früheren Armort’schen Kesselschmiede die östliche Grenze des Fußballgeländes dar. Die südliche Abgrenzung dieses Geländes fand durch einen etwa fünf Meter hohen Maschendrahtzaun statt. Unmittelbar an diesen grenzte südostwärts das barackenähnliche, eine kleine Kneipe beherbergende „Hexenhäuschen“ an.
Hier bereiteten sich unter Führung der Daub’schen Brüder meist Bewohner des vorher schon erwähnten Käner Ortsteiles „Vor dem Walde“ darauf vor, ihre geliebte TuS-Mannschaft laut- und tatkräftig zu unterstützen. Dies war insbesondere der Fall, wenn an der seinerzeitigen Bahnhofstraße Eintracht Siegen mit seinem „geliebten“ Verteidiger Schuss gastierte.

Die Westgrenze zwischen Sportplatzgelände und Eisenhüttenstraße bildete ein etwa zwei Meter hoher, zum Spielgelände terrassenförmig abfallender Erdwall.
Hier fanden die meisten des etwa 1200 Zuschauer fassenden Sportgeländes Platz.

Die beiden an der südwestlichen und nordwestlichen Ecke unmittelbar an der Eisenhüttenstraße gelegenen Eingangsbereiche des Sportgeländes waren im Regelfalle barrierefrei für die Zuschauer zugänglich.
Bei Spielen der ersten Mannschaft, die im Regelfalle 100-300 Zuschauer anlockten, bewegten sich in der ersten Halbzeit zwei Kassierer jeweils mit einem Gehilfen gegenläufig um das Spielfeld. Die einkassierten Eintrittsgelder fanden in Zigarrenkisten Platz.

In Erwartung höherer Zuschauerzahlen hingegen wurde an den beiden Eingängen jeweils aus zwei parallel verlaufenden Stahlrohren eine barriereartige Hohlgasse errichtet, an deren Anfang die Eintrittsgelder abkassiert wurden.

Durch diese hohle Gasse mussten er, der Spieler und Zuschauer, kommen.

Es führte kein anderer Weg auf das mit grauer Asche belegte Spielfeld oder die Zuschauerränge.

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